Gelenke beim Hund stärken und schützen: von Welpen bis Senioren
Um eine gute Beweglichkeit bis ins hohe Alter zu bewahren, ist es wichtig, die Gelenke beim Hund in jeder Lebensphase zu stärken - vom verspielten Welpen bis zum Seniorhund. Doch was bedeutet es konkret, die Gelenke beim Hund im Alltag zu stärken? Wie Sie die Gelenkgesundheit Ihres Vierbeiners durch altersgerechte körperliche Auslastung und konsequente Gewichtskontrolle unterstützen, wann Nahrungsergänzung sinnvoll oder eine tierärztliche Abklärung notwendig ist, erklärt dieser Ratgeber.
Inhaltsverzeichnis
- Gelenke beim Hund - Aufbau und Funktion verstehen
- Gelenke beim Hund stärken - worum es wirklich geht
- Warum Gelenkgesundheit auch vom Alter abhängt
- Beim Welpen: Knochenaufbau fördern und Gelenke schützen
- Beim erwachsenen Hund: Gewicht und Muskulatur im Gleichgewicht halten
- Beim Hund im Seniorenalter: Gelenke unterstützen und Beweglichkeit erhalten
- Häufige Gelenkprobleme bei Hunden
- Gelenkprobleme beim Hund - was wirklich hilft
- Nahrungsergänzung oder Hausmittel für Hundegelenke - was sinnvoll ist
- 1. Gelenke unterstützen durch Nahrungsergänzung:
- 2. Gelenke stärken durch Hausmittel:
- Worauf Sie bei Nahrungsergänzungen für Hunde achten sollten
- Wann sollten Sie mit der Hund zum Tierarzt?
- Infobox - keine menschliche Schmerzmittel bei Hunden
- Altersgerecht Gelenke bei Hunden stärken
Gelenke beim Hund - Aufbau und Funktion verstehen
Als Gelenk bezeichnet man die Verbindung zwischen zwei oder mehreren Knochen, die für eine reibungslose und schmerzfreie Beweglichkeit notwendig ist. Der anatomische Aufbau ist beim Hund bei allen Gelenken vergleichbar - egal ob es um das Hüftgelenk, das Kniegelenk, das Ellbogengelenk, das Schultergelenk oder eines der kleineren Gelenke in Pfoten geht:
Die aufeinander treffenden Enden der Knochen sind von einer Knorpelschicht überzogen und von einer doppellagigen Bindegewebsmembran, der sogenannten Gelenkkapsel umhüllt. Zwischen den Knorpelschichten findet sich ein flüssigkeitsgefüllter Gelenkspalt, in dem die Bewegung stattfindet und der gleichzeitig als Stoßdämpfer fungiert. Die unterschiedliche Ausformung der verschiedenen Gelenke reguliert die Beweglichkeit in nur eine oder mehrere Richtungen und sorgt zudem für Stabilität: Das Hüftgelenk des Hundes ist beispielsweise ein Kugelgelenk mit großem Bewegungsspielraum, das Kniegelenk dagegen ein Scharniergelenk, das die Bewegung im Wesentlichen auf eine Richtung beschränkt.
Muskeln, Bänder und Gelenke arbeiten eng zusammen. Deswegen ist eine gut ausgebildete Muskulatur ist extrem wichtig für die Gelenke des Hundes.
Gelenke beim Hund stärken - worum es wirklich geht
Die Gelenke des Hundes sind ständig hohen Belastungen ausgesetzt, etwa beim Laufen, Springen, Treppensteigen, schnellen Wendungen oder plötzlichen Stopps im Spiel oder Sport. Kommt es zu Problemen in einem oder mehreren Gelenken, verursacht das dem Hund meist Schmerzen und führt zu einer verminderten Beweglichkeit und deutlichen Einschränkung der Lebensqualität.
Viele Hunde leiden bereits im mittleren Lebensalter unter akuten oder chronischen Beeinträchtigungen der Gelenkgesundheit. Schmerzhafte Entzündungen, aber auch traumatische Verletzungen, degenerative Prozesse oder zuchtbedingte Erbkrankheiten gehören zu den häufigen Ursachen für Gelenkprobleme bei Hunden.
Wer die Risikofaktoren kennt, kann entsprechend gegensteuern und dadurch Gelenkerkrankungen bei seinem Vierbeiner reduzieren, hinauszögern oder sogar verhindern, denn es gilt auch hier das Motto: „Vorbeugen ist besser als Heilen“! Dazu ist es wichtig, bereits frühzeitig, bestenfalls schon im Welpenalter, durch unterschiedliche und aufeinander abgestimmte Maßnahmen die Knochen und Gelenke zu stärken bei seinem Hund.
Warum Gelenkgesundheit auch vom Alter abhängt
So wie sich die Knochen und Gelenkstrukturen beim jungen Hund in der Wachstumsphase erst ausbilden und festigen müssen, so kommt es mit zunehmendem Alter zu ganz natürlichen Verschleiß- und Abbauvorgängen in den Gelenken. Bei älteren Hunden wird die Knorpelschicht dünner und verliert an Elastizität, die Menge an Gelenkflüssigkeit nimmt ab, oft sorgt ein höheres Körpergewicht zudem für eine Mehrbelastung dieser empfindlichen Strukturen. Wird nun zusätzlich die tägliche Bewegung heruntergefahren, entsteht ein regelrechter Teufelskreis, bei dem sich unterschiedliche Faktoren immer weiter negativ beeinflussen.
Die aufmerksame und regelmäßige Gewichtskontrolle des Vierbeiners von Anfang an, ein altersangepasstes Aktivitätsniveau und eine ausführliche Ernährungsberatung beim Tierarzt über gelenkunterstützende Inhaltsstoffe können dem Halter dabei helfen, die Gelenkgesundheit beim Hund aktiv zu unterstützen.
Beim Welpen: Knochenaufbau fördern und Gelenke schützen
Ein Welpe wächst je nach Rasse und zu erwartender Endgröße zwischen acht und 24 Monaten. Erst dann haben alle Knochen ihre fertige Dicke und Länge erreicht und die Gelenke sich stabilisiert. Während dieser Wachstumsphase nehmen Faktoren wie eine altersangepasste, gesunde Ernährung, aber auch die Art und Dauer der täglichen Bewegung Einfluss auf die spätere Gelenkgesundheit des erwachsenen Hundes. Kleine Hinde benötigen im Wachstum eine altersgerechte Nährstoffversorgung (besonders das richtige Kalzium-Phosphor-Verhältnis). Besonders wichtig ist es auch, für eine altersgerechte, gelenkschonende Bewegung des Welpen zu sorgen.
Dabei sind sowohl eine Überforderung, etwa durch anstrengenden Sport oder Spiele mit schnellen Stopps oder abrupten Drehbewegungen, aber auch die Unterforderung durch Bewegungsmangel unbedingt zu vermeiden.
Als Richtschnur für die altersgerechte Beanspruchung eines Welpen kann folgendermaßen berechnet werden:
Anzahl der Lebensmonate x 5 Minuten Spaziergang täglich
Sprünge aus größerer Höhe oder auch das häufige Laufen von Treppenstufen sollte bei jungen Welpen vermieden werden, auch rutschhemmende Untergründe und weiche, warme Liegeplätze sorgen dafür, die empfindlichen Knochen und Gelenke im Wachstum zu schonen.
Beim erwachsenen Hund: Gewicht und Muskulatur im Gleichgewicht halten
Um beim ausgewachsenen Hund die Gelenke zu unterstützen und eine Überforderung zu vermeiden, sollten Faktoren wie die Größe und Rasse des Vierbeiners und sein jeweils aktueller Gesundheitsstatus berücksichtigt werden. Ein junger, gesunder und leistungsaktiver Hütehund benötigt beispielsweise deutlich mehr tägliche Bewegung und Beschäftigung für sein Wohlbefinden als etwa ein kurzbeiniger Dackel oder ein kräftiger Molosser. Gezielter Muskelaufbau beim Hund unterstützt zusätzlich die Gelenke, da eine kräftige Muskulatur einen Teil der Belastung abfedert und die Gelenke dadurch entlastet.
Soll der Hund sportlich gefordert oder gar als Diensthund eingesetzt werden, ist seine Eignung dafür unbedingt tierärztlich abzuklären. Aber auch andere körperliche Beanspruchungen von Hunden wie jagdliche Führung, gemeinsames Wandern oder das Mitführen am Fahrrad oder Pferd bedürfen der Vorbereitung und des langsam gesteigerten Trainings, um Überbelastung und gesundheitliche Konsequenzen zu vermeiden.
Das Körpergewicht spielt ganz unabhängig von der Hunderasse eine ganz entscheidende Rolle bei der Gesunderhaltung der Knochen und Gelenke. Jedes Gramm Körpermasse zu viel führt zu einer ungesunden Mehrbelastung, beschleunigt den Abbau des Gelenkknorpels und kann sich zudem negativ auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit des Hundes auswirken. Falsche, ungesunde oder übermäßige Fütterung ist daher einer der wichtigsten Faktoren bei der Entstehung von Gelenkbeschwerden.
Beim Hund im Seniorenalter: Gelenke unterstützen und Beweglichkeit erhalten
Der Seniorhund wird zunehmend ruhiger und braucht dementsprechend erneut eine Anpassung bei Fütterung und täglichem Bewegungspensum. Dabei sollte allerdings berücksichtigt werden, dass auch der Alterungsprozess zum einen individuell, zum anderen oft rassespezifisch verläuft. Während kleine Hunde nicht selten ein hohes Lebensalter erreichen können, gelten sehr große Rassen meist schon deutlich früher als „alt“, da ihre Lebenserwartung viel geringer ist. Ein Zwergpudel beispielsweise ist mit acht Jahren meist aktiv wie eh und je und freut sich über vielfältige Aktivitäten, während eine achtjährige Deutsche Dogge schon als Greis bezeichnet werden kann.
Für alle Senioren-Hunden ist es daher wichtig, in Relation zu Alter und Gesundheitszustand das Skelett bestmöglich zu unterstützen und dem Verschleiß durch gezielten Muskelaufbau beim Hund entgegenzuwirken. Moderate, aber regelmäßige tägliche Spaziergänge, angepasst an das individuelle Leistungsniveau des Hundes und möglichst oft auf natürlichem Untergrund statt Asphalt sind das beste Training für ältere Hunde. In dieser Lebensphase können zudem gelenkunterstützende Nahrungsergänzungsmittel eine gute Wahl sein, sollten allerdings möglichst mit dem behandelnden Tierarzt abgestimmt werden.
Als weitere Maßnahme zum Schutz der Gelenke dienen gut polsternde Liegeflächen wie orthopädische Hundebetten, welche keinen zusätzlichen Druck auf die Gelenke des ruhenden Hundes ausüben.
Häufige Gelenkprobleme bei Hunden
Akute oder chronische Erkrankungen der Knochen und Gelenke kommen bei Hunden häufig vor und sind nicht immer eine Frage des Alters. Oft sind mehrere Faktoren ursächlich an der Entstehung dieser gesundheitlichen Einschränkungen beteiligt. Zu den häufig vorkommenden, tiermedizinisch relevanten Gelenkproblemen gehören:
- Arthrose beim Hund (= chronischer Abbau des Gelenkknorpels)
- Bandscheibenvorfall (= Lageveränderung der Knorpelscheibe zwischen den Wirbelkörpern mit Druck auf das Rückenmark)
- Kreuzbandriss (= An- bzw. Abriss der Haltebänder im Kniegelenk)
- Spondylose der Wirbelsäule (= Verkalkungen der Wirbelzwischenräume)
- Rassespezifische Gelenkerkrankungen aufgrund genetischer Disposition (z.B. Hüftdysplasie, Ellbogendysplasie und zunehmend zu Bewegungseinschränkungen und Schmerzen führen)
- Verletzungen (z.B. Frakturen, Verrenkungen, etwa durch Unfall oder beim Sport)
Gelenkprobleme beim Hund - was wirklich hilft
Nicht alle Gelenkprobleme bei Hunden lassen sich vermeiden - dennoch können selbst angeborene Fehlstellungen durch ein durchdachtes Bewegungsmanagement, eine angepasste Fütterung und rechtzeitige tiermedizinische Abklärung mit entsprechender Medikation über oft lange Zeiträume so im Zaum gehalten werden, dass der Vierbeiner wenig bis gar nicht in seiner Lebensqualität eingeschränkt wird.
Gerade bei Arthrose beim Hund ist ein frühzeitiges und konsequentes Eingreifen entscheidend, um die Beweglichkeit möglichst lange zu erhalten.
Wichtig ist es daher, dass Sie als Halter die individuellen Bedürfnisse Ihres Hundes erkennen und entsprechend darauf eingehen und reagieren können. Vermeiden Sie Überanstrengung, achten Sie auf das optimale Körpergewicht und unterstützen Sie die Knochen und Gelenke gegebenenfalls durch hochwertige Nahrungsergänzungsmittel. Deuten sich Probleme an, warten Sie nicht lange und stellen den Hund beim Tierarzt zur genauen Abklärung vor.
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Nahrungsergänzung oder Hausmittel für Hundegelenke - was sinnvoll ist
Nahrungsergänzungsmittel werden in Deutschland zu den Lebensmitteln gezählt, sind also keine Medikamente. Es handelt sich um Konzentrate verschiedener Zusammensetzung, die dem Körper bestimmte Nährstoffe zuführen sollen, etwa Vitamine, Mineral- oder Spurenelemente, aber auch essentielle Fettsäuren oder andere Verbindungen, welche der Organismus für den Stoffwechsel benötigt. Nahrungsergänzungsmittel für die Gelenke des Hundes sind im Handel in unterschiedlichen Darreichungsformen erhältlich, etwa als Tabletten zum Verabreichen oder als Pulver zum Untermischen ins Futter.
Hausmittel werden definiert als langfristig erprobte Maßnahmen zur Selbstbehandlung, die bei bestimmten gesundheitlichen Einschränkungen Linderung verschaffen und auch die Heilung unterstützen können.
1. Gelenke unterstützen durch Nahrungsergänzung:
Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend und können die Gelenkfunktion stärken. Gute Quellen sind zum Beispiel Fischöl, Algenöl oder Krillöl.
Algenöl liefert die entzündungshemmend wirkenden Fettsäuren EPA und DHA direkt aus der Alge und stellt damit eine Alternative zu Fischöl dar. Krillöl enthält Omega-3-Fettsäuren in Form von Phospholipiden. Auch pflanzliche Quellen wie Leinsamen sind möglich, ihre Omega-3-Fettsäuren kann der Hund jedoch deutlich schlechter in die wirksamen Formen EPA und DHA umwandeln als aus marinen Quellen wie Fisch-, Algen- oder Krillöl.
Glucosamin und Chondroitin sind natürliche Bausteine von Knorpel und in tierischen Quellen wie Muscheln enthalten. Kommt es im Alter oder bei bestimmten Erkrankungen zum Abbau des Gelenkknorpels, können diese Stoffe zur Regeneration beitragen. Grünlippmuschel-Extrakt wird aus einer neuseeländischen Muschelart gewonnen und ist besonders reich an Glucosamin.
Grünlippmuscheln-Präparate für den Hund zählen zu den häufig eingesetzten Nahrungsergänzungsmitteln für die Gelenke. Grünlippmuscheln werden Hunden zur natürlichen Unterstützung des Bewegungsapparates gegeben. Die Ergänzung kann als Bestandteil von Hundefutter, in Pulver- oder Tablettenform verabreicht werden. Die wertvollen Nährstoffe (Omega-3-Fettsäuren, Chondroitin, Glucosamin und Glykosaminoglykane) können den Aufbau von Gelenkknorpeln sowie Gelenkbeweglichkeit unterstützen. Besonders für ältere Hunde (Senioren), Hunde mit Arthrose, Welpen im Wachstum oder stark beanspruchte Sporthunde ist eine entsprechende nährstoffreiche Fütterung wichtig.
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mehrKollagen ist ebenfalls ein natürlicher Körper-Baustein und vor allem für die Elastizität von Knorpel, Sehnen und Bändern in den Gelenken, aber auch für gesunde Haut verantwortlich. Mit zunehmendem Alter oder bei hoher Beanspruchung reicht die körpereigene Kollagenproduktion oft nicht aus, um die Gelenke stabil und flexibel zu erhalten. Enthalten ist es in Knochenprodukten wie Gelatine. Kollagen für die Gelenke des Hundes wird daher häufig gezielt als Nahrungsergänzung eingesetzt, um die Knorpelversorgung zu unterstützen.
Vitamin C wird für die Produktion von Kollagen im Körper benötigt. Hunde können Vitamin C jedoch selbst in der Leber bilden, weshalb eine zusätzliche Gabe bei gesunden Tieren in der Regel nicht notwendig ist.
Sinnvoll kann eine zusätzliche Gabe von Ascorbinsäure jedoch in folgenden spezifischen Fällen sein:
bei extremer sportlicher Aktivität bzw. für Sporthunde bei Krankheiten und Erholungsphasen: nach Operationen, bei Lebererkrankungen oder Infektionen, wenn der Körper einen erhöhten Bedarf hat und die körpereigene Produktion nicht ausreicht.
in der Phasen von Wachstum und Knochenaufbau
der bei älteren Hunden mit Gelenkproblemen
Kalzium und Phosphor sind essentiell für die Stabilität der Knochen, müssen aber in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Vor allem in der Wachstumsphase sollte spezielles Welpen- oder Juniorfutter mit entsprechenden Zusätzen gefüttert werden.
Antioxidantien wirken entzündungshemmend durch die Bindung freier Radikale und sind zum Beispiel in Beerenfrüchten oder pflanzlichen Ölen enthalten.
2. Gelenke stärken durch Hausmittel:
Auch bewährte Hausmittel können dazu beitragen, die Gelenke beim Hund zu stärken und zu entlasten.
Kurkuma wird aus der goldgelben asiatischen Gewürzknolle gewonnen und kann bei regelmäßiger Verabreichung seine entzündungshemmende und antioxidative Wirkung auf die Gelenke entfalten.
Ingwer wird ebenfalls entzündungshemmende Wirkungen zugeschrieben. Beim Hund kann ein Wickel, getränkt mit Ingwer-Essig-Sud, einem entzündeten Gelenk Linderung verschaffen.
Wärme ist bei chronisch schmerzenden Gelenken eine Wohltat für den Hund und kann mit Wärmflasche, Körnerkissen oder Tuchwickeln direkt an die betroffene Körperregion gebracht werden. Bei akuten Entzündungen sollte dagegen eher gekühlt statt gewärmt werden.
Spezielle Liegeflächen in Form von orthopädischen Hundebetten helfen, die Knochen und Gelenke des Hundes während seiner Ruhephasen zu entlasten.
Schwimmen ist eine sehr effektive Bewegungsart für Hunde mit Gelenkproblemen, da die Belastung durch das Eigengewicht stark reduziert wird, die Gelenke aber dennoch sehr schonend in Bewegung gehalten werden.
Worauf Sie bei Nahrungsergänzungen für Hunde achten sollten
Nahrungsergänzungsmittel und Futterzusätze beim Hund ersetzen weder die tierärztliche Untersuchung noch eine angeordnete Behandlung. Sie sollten möglichst nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt angewendet werden, um eine Beeinträchtigung der Medikamentenwirkung zu vermeiden.
Da in einem hochwertigen, gesunden Hundefutter in der Regel alle notwendigen Nährstoffe bereits enthalten sind, muss auch eine Überdosierung bestimmter Stoffe vermieden werden. Vor allem bei Welpen und Junghunden muss auf eine ausgewogene Versorgung mit Mineralien wie Kalzium und Phosphor geachtet werden. Dabei sollte man beachten, dass Nährstoffbedarf bei Hunden bei einer zusätzlichen Supplementierung leicht überschritten werden kann.
Auch Senioren-Hunden mit zusätzlichen Nährstoffbedarf oder bestimmten altersbedingten Erkrankungen benötigen manchmal Unterstützung in Form von Vitaminen und Spurenelementen.
Wann sollten Sie mit der Hund zum Tierarzt?
Die meisten Gelenkerkrankungen beim Hund treten nicht unvermittelt auf, sondern entwickeln sich über einen längeren Zeitraum eher schleichend. Die Möglichkeiten für eine positive Beeinflussung dieser Beschwerden sind aber um so besser, je früher sie erkannt werden. Daher ist es so wichtig, erste Symptome zu erkennen und medizinisch abklären zu lassen. Regelmäßige Gesundheits-Checks, etwa einmal pro Jahr, können zu einer rechtzeitigen Diagnose beitragen.
Oft sind es zunächst nur kleine Signale, die kaum auffallen. Der Hund vermeidet gewisse Bewegungen, macht etwas kleinere Schritte oder verliert die Lust am Spielen. Steifheit nach Ruhephasen, die nach einigen Minuten Bewegung vergeht, ist ein weiterer Hinweis. Ein deutliches Warnzeichen ist Lahmheit: Eine Pfote wird nicht oder wenig belastet, ein Bein steif nachgezogen.
Schmerzen können sich beim Hund aber auch ganz anders äußern, etwa in Form von Rückzug oder gesteigerter Reizbarkeit, sogar aggressives Verhalten gegenüber den vertrauten Personen ist ein möglicher Hinweis.
Wird eine Gelenkerkrankung beim Hund tierärztlich diagnostiziert, ist ein umfangreiches Schmerzmanagement zentraler Behandlungsansatz. Schmerzen führen zu Fehl- und Minderbelastung, wodurch sich die Problematik langfristig immer weiter verschlechtert. Eine Schmerztherapie beim Hund kann mittels Injektionen, als Pulver oder in Tablettenform, etwa mit sogenannten nichtsteroidalen Antirheumatika erfolgen.
Infobox - keine menschliche Schmerzmittel bei Hunden
Wichtig: Menschliche Schmerzmittel wie Ibuprofen, Aspirin oder Paracetamol sind für Hunde giftig und dürfen niemals ohne tierärztliche Anweisung gegeben werden.
Je nach Art der Erkrankung und der Begleitumstände kommen zudem eine Futterumstellung, Gewichtsreduktion oder auch physiotherapeutische Anwendungen, ein vorgegebener Bewegungsplan oder die chirurgische Therapie in Betracht.
Altersgerecht Gelenke bei Hunden stärken
Die Gelenke beim Hund zu stärken heißt, lebensphasen gerecht zu denken und seinen Vierbeiner ganz individuell mit gesunder Ernährung, adäquater und angepasster Bewegung und vor allem rechtzeitiger tierärztlicher Untersuchung und Behandlung im Krankheitsfall bestmöglich zu unterstützen. Achten Sie darauf, Übergewicht bei Ihrem Tier von vornherein zu vermeiden oder zumindest schnell wieder zu reduzieren, um seine Gesundheit nicht unnötig aufs Spiel zu setzen.
Jeder Hund hat andere Bedürfnisse und stellt unterschiedliche Ansprüche, das sollten Sie berücksichtigen und sich bei Bedarf Rat und Hilfe bei Fachleuten, etwa dem Tierarzt Ihres Vertrauens einholen. Die Gelenkgesundheit beim Hund ist untrennbar mit dessen Lebensqualität verbunden, und die sollte ihm so lange wie möglich erhalten bleiben.